Haus der kleinen Forscher


Wir sind ein Haus der kleinen Forscher!

Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ hat die Bewerbung der OGS Schillerstraße geprüft und der Zertifizierung zugestimmt. Die Zertifizierung gilt nun für zwei Jahre bis zum 04.11.2020 ( https://www.haus-der-kleinen-forscher.de/de/zertifizierung/ ).

Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ engagiert sich für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) – mit dem Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen und zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern vor Ort bietet die Stiftung bundesweit ein Bildungsprogramm an, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei unterstützt, Kinder im Kita- und Grundschulalter qualifiziert beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Das „Haus der kleinen Forscher“ verbessert Bildungschancen, fördert Interesse am MINT- Bereich und professionalisiert dafür pädagogisches Personal. Partner der Stiftung sind die Helmholtz- Gemeinschaft, die Siemens Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung und die Deutsche Telekom Stiftung. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

OGS Schillerstraße – Ein Haus der kleinen Forscher

Wie bringt man Kindern spielerisch die Natur näher? Die Durchführung der unten angeführten Projekte ermöglicht es den Kindern zu forschen und gleichzeitig:

  • ihre Sinne zu schärfen: Wie fühlen sich die Erde und die Kresse-/Sonnenblumensamen an? Wie unterscheiden sich Bienen von Wespen?;
  • Pflanzen zu entdecken sowie Kenntnisse über ihre Wachstumsphasen und ihren Nutzen zu sammeln: Kresse, Sonnenblumenkerne, Sonnenblumenknäckebrot und unterschiedliche Honigarten sowie -bonbons konnten zum Abschluss der Projekte probiert werden, Honigkerzen und eine echte Bienenwabe konnten ebenfalls selbst untersucht werden;
  • Verantwortung zu übernehmen: Die Kresse- und die Sonnenblumensamen müssen regelmäßig gegossen werden, damit sie wachsen können;
  • Zeit zu erfahren: Wie verändern sich die Wachstumsphasen von Pflanzen von Tag zu Tag bzw. Woche zu Woche?;
  • erste Erfahrungen mit Dokumentationen zu sammeln: Jedes Projekt wurde mittels selbstgeschriebener Tagesprotokolle und Fotos von den Kindern dokumentiert, zusätzliches Wissen wurde sich selbstständig aus Sachbüchern angeeignet und anschließend alles für die Ausstellungsplakate zusammengetragen und aufgehängt;
  • ihre sprachlichen und schriftlichen Kompetenzen zu verbessern: Durch die Dokumentationen der Wachstumsprozesse der Pflanzen, der Gestaltung der Plakate und der abschließenden Reflektionen jedes Projektes, üben die Kinder spielerisch ihre eigenen Beobachtungen mittels konkreter Beschreibungen und Bezeichnungen auszudrücken und anderen zu vermitteln.


-Kresseprojekt

Wie wachsen Pflanzen? Warum wachsen Pflanzen nach oben? Warum haben Pflanzen Wurzeln? Um den Fragen der Kinder nachgehen zu können wurden Kressesamen gesät. Das Wachstum der Pflanzen konnte jeden Tag beobachtet werden. Altersadäquate Literatur diente als Grundlage auf der Suche nach Erklärungen für die Wachstumsphasen. Anschließend wurden Plakate mittels Fotos, eigener Zeichnungen, Rezepte mit Kresse, Ausschnitten aus der Literatur sowie mit Tagesprotokollen angefertigt und aufgehängt.


-Sonnenblumenprojekt

Wozu dienen die Blätter? Welche Aufgaben hat der Blumenstängel? Welche Aufgaben erfüllen die Wurzeln? Brauchen Pflanzen eigentlich Licht? Durch das bereits vorangegangene Kresseprojekt waren die Kinder sehr begeistert und motiviert wieder etwas Eigenes anzupflanzen. Vor allem die Frage ob Pflanzen Licht brauchen beschäftigte sie. Nach einigen Überlegungen kam man zu dem Entschluss eine Pflanze zu überdecken und zu sehen wie sich diese im Vergleich zu einer im Licht stehenden Pflanze entwickeln würde.
Für unseren Versuch haben wir einen alten Pappkarton waagerecht und einen Zweiten senkrecht hingestellt. Anschließend wurden sie jeweils mit „A“ und ‚“B“ beschriftet. Beide Kartons bekamen an ihrer Oberseite ein kleines Loch hineingeschnitten. Nun wurden zwei kleine Stücke Pappe so zurechtgeschnitten und hinein geklebt, dass sie jeweils die eine Hälfte im Inneren der Kartons vom Licht blockierten. Vier kleine Blumentöpfe befüllten die Kinder nun mit Erde, pflanzten die Sonnenblumensamen ein und gossen sie reichlich. Pro Karton wurden nun zwei Töpfe hineingestellt, wobei einer immer unter der verdeckenden Pappe seinen Platz fand. Anschließend wurden beide Kartons gut verschlossen, sodass kein weiteres Licht, außer durch die ausgeschnittene Öffnung, eindrang. Beide Kartons sollten an einem sonnigen Platz stehen. Nun konnten die Kinder bereits nach wenigen Tagen deutlich sichtbare Unterschiede im Wachstum der vom Licht verdeckten Pflanze und der im Licht stehenden Pflanze beobachten.


-Bienenprojekt

Warum sind Bienen wichtig? Was ist der Unterschied zwischen Bienen und Wespen? Wo wohnen Bienen? Wie entsteht eigentlich Honig? Was für Produkte können aus Bienenhonig hergestellt werden? Wie sehen Bienenwaben aus? Um sich mit den Insekten näher zu befassen wurde ein Ausflug zur Sternwarte in Bochum geplant. Dort konnten die Kinder eigene kleine Insektenhotels als Unterschlupf basteln und somit auch die Fragen wo und wie manche Bienenarten und weitere Insekten wohnen, beantworten. Des Weiteren stellte der Imker des Freilichtmuseums Lindlar eine Bienenwabe zur besseren Anschauungs- und Studierzwecken für die Kinder zur Verfügung.


-Insektenprojekt

Was unterscheidet Insekten von anderen Kleinstlebewesen (z.B. Spinnen)? Wie kann man Insekten bei Hitze und Trockenheit helfen? Brauchen Insekten eigentlich Wasser? Wie viele Insekten gibt es?
Die Kinder fanden heraus das auch Insekten trinken müssen. Doch durch die langanhaltende Hitze im Sommer sind viele Pfützen und andere Wasserstellen ausgetrocknet, sodass sie kein Wasser mehr finden. Um Wasserstellen bereitzustellen, recycelten die Kinder alte Joghurtplastikbecher und Keramikschalen und füllten diese mit Wasser. Mittig der Schalen wurden größere Steine platziert damit Insekten darauf landen und das Wasser erreichen konnten ohne zu ertrinken

Bezüglich der Frage „Wie viele Insekten gibt es?“ sind die Kinder und die Betreuerin durch Artikel in der Zeitung auf das Sommerprojekt des NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) gestoßen. Mit der Mitmachaktion „Insektensommer 2018“ will der NABU erstmals die kleinen, fleißigen Helfer unserer Ökosysteme näher in den Fokus rücken. Es ist eine bundesweite Aktion, um eine kontinuierliche Erfassung der Insekten zu etablieren.

Um möglichst viele Insekten zu sehen wurde ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag ausgesucht. Die Kinder wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, eine zählte die Insekten auf dem Schulhof, die andere im Schulgarten. Es wurden alle Insekten notiert, die innerhalb einer Stunde von den Beobachtungsplätzen aus zu entdecken waren. Gezählt wurde jeweils die größte gleichzeitig anwesende Anzahl von Tieren und nicht die Summe der Einzelbeobachtungen, um Doppelzählungen zu vermeiden. Zum Abschluss des Projektes wurden sich die deutschlandweiten Ergebnisse der Insektenzählung vom Sommer 2018 des NABU angeschaut. Unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/insektensommer/ergebnisse/ergebnistabelle.html können alle Ergebnisse eingesehen werden. Die Statistik zeigt die Ergebnisse bundesland-, region- und stadtspezifisch sowie bezüglich der unterschiedlichen Lebensräume (Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach/ Fluss) und unterschiedlichen Insekten in Deutschland.


-Wir bauen ein Insektenhotel!

Warum sind viele Insektenarten bedroht? Wie kann man bedrohten Insekten helfen? Welchen Einfluss haben Pestizide/ Gifte auf die Insekten? Wo wohnen Insekten? Die Kinder entschieden sich zusammen mit der Betreuerin ein großes Insektenhotel zu bauen und im Schulgarten aufzustellen um vielen Insektenarten einen geeigneten Platz als Unterschlupf und zum Überwintern zu ermöglichen. Bevor der praktische Aufbau des Insektenhotels starten konnte suchten die Kinder Informationen über Standort, Aufbau und geeignete Füllmaterialien aus dem Internet, Zeitschriften, Zeitungen und Büchern heraus. Auch welche Insekten als Bewohner einziehen könnten war von großem Interesse.

Skizze des Insektenhotels

Anschließend wurde ein grobes Außengerüst aus Holz organisiert und mittels zusammensteckbarer Holzlatten eine Rückwand integriert und mit Schrauben festgezogen. Die Kinder bekamen Handschuhe und verpassten dem Außengerüst und den Holzbrettern einen bunten Anstrich. Im Anschluss wurden die bereits zusammengesuchten Materialien für das Innere des Insektenhotels gekürzt damit diese auch hineinpassten. Schließlich rührten die Kinder Lehm mit Wasser an und drückten ihn in eine alte Obstkiste aus Holz. Nach eine kurzen Trocknungsphase wurde mit Stäbchen unterschiedlichen Durchmessers, Löcher in den Lehm gedrückt. Des Weiteren fanden Stroh, Bambus, Schilf, gebrannte Tonziegel, Baumscheiben, Tannenzapfen, hohle Pflanzenstiele, Pinienrinde, Lehm, Blätter und Holzstücke im Insektenhotel ihren Platz.
Bereits nach wenigen Wochen waren die ersten Löcher in den unterschiedlichen Materialien im Insektenhotel verschlossen und zeigten somit das die ersten Insektenbewohner eingezogen waren.

Unser Insektenhotel

-Froschprojekt

Wie entwickeln sich Kaulquappen in Frösche? Wie unterscheiden sich Frösche von Kröten?
Nach einem Ausflug zu einem Teich, welcher auch als Laichgewässer von den Fröschen genutzt wird, stellten die Kinder schnell fest, dass die winzigen Kaulquappen unter der Wasseroberfläche schlecht zu erkennen sind. Es kam die Idee auf ein Unterwasserfernrohr zu basteln um die Kaulquappen besser beobachten zu können. Hierzu wurde ein alter durchsichtiger Joghurtbecher recycelt und auf die offene Seite eine Frischhaltefolie mit einigen Gummiringen gespannt und mit etwas Gewebeband wasserdicht gemacht. Wenn das Unterwasserfernrohr nun mit der Folienseite ins Wasser gehalten wird, kann bis auf den Grund gesehen werden.


Um die Entwicklungsstadien der Frösche noch sichtbarer zu machen und da ein Ausflug zu einem Laichgewässer aus organisationstechnischen Gründen nicht immer möglich ist, durften mit einer offiziellen artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung des Fachbereichs Stadtgrün der Stadt Herne unter Auflagen einige Kaulquappen in einem artgerechten Terrarium aus dem eigenen Gartenteich der Erzieherin für jeweils einige Stunden mit in die Betreuung gebracht werden. Die Tiere standen in einem schattigen und ruhigen Raum um sie so wenig Stress wie möglich auszusetzen. In Kleingruppen durften die Kinder sich um das Terrarium herumsetzen um die Kaulquappen zu beobachten, sich über sie auszutauschen, Wochenprotokolle über das Wachstum anzufertigen oder ihre neuste Entwicklungsphase abzuzeichnen.

Mittels Sachbücher und -literatur informierten sie sich eingehend über die unterschiedlichen Entwicklungsstadien von Kaulquappen zu Fröschen, sowie Merkmale, Arten, Verbreitung und da sie seit 1980 zu den geschützten Wildtieren Deutschlands zählen, wie wichtig der Schutz der kleinen Amphibien ist. Die Ergebnisse des Projektes wurden auf Plakaten festgehalten und zusammen mit selbstgebastelten Wolle-Fröschen für alle sichtbar ausgestellt.